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Tel. 0221 / 99 77-421
Fax 0221 / 99 77-422


Service · Aktuelles
Fehler beim Kauf einer Immobilie vermeiden

Berlin, 06.02.2012:  Der Kauf einer Immobilie zur Kapitalanlage steht angesichts mangelnder Alternativen an den Kapitalmärkten und als wirksamer Schutz vor Inflation für viele Kaufinteressenten aktuell hoch im Kurs. "Ob die Anlage zum Erfolg führt, hängt wesentlich von den Entscheidungen des Käufers ab", sagt Dirk Wohltorf, Vorsitzender des IVD Berlin-Brandenburg.


"Der wirksamste Schutz vor einem Fehlkauf liegt in der Prüfung aller verfügbaren Unterlagen und der Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Berater. Käufer einer Immobilie sollten sich von einem Verkäufer nicht unter Druck setzen lassen." Der IVD hat die häufigsten Fehler, die Käufer einer Immobilie machen, zusammengestellt. 

Fehler 1: Kauf der Immobilie ohne Besichtigung

Eine Immobilie sollte niemals ohne Besichtigung erworben werden. Der Zustand der Fassade, des Eingangsbereiches und des Treppenhauses sind dabei erste wichtige Indikatoren für die Qualität des Objektes. Schäden im Putz, eine nicht voll funktionsfähige Gegensprech- und Heizungsanlage oder undichte Fenster erschweren die Vermietung und ziehen nicht unerhebliche Kosten für die Reparatur nach sich. Zudem weisen derartige Mängel auf eine nachlässige Verwaltung hin. "Die Besichtigung sollte immer zusammen mit einem Immobilienmakler oder einem Sachverständigen durchgeführt werden", erklärt Wohltorf. "Sie erkennen Mängel schneller und können einschätzen, wie sich diese auf den Kaufpreis auswirken oder ob sogar von einem Kauf abzuraten ist."

Fehler 2: Kauf ohne Sichtung der zur Verfügung stehenden Unterlagen

Auch bei der Sichtung der Unterlagen ist Sorgfalt gefordert. Alle für den Kauf notwendigen Unterlagen wie Mietverträge, Grundsteuerbescheid oder Wohnflächenberechnungen müssen gesichtet und auf Vollständigkeit geprüft werden. Außerdem sollte kontrolliert werden, ob es noch offene Baulasten beziehungsweise Belastungen im Grundbuch gibt, die auf den Käufer übergehen können.
 
Fehler 3: Keine Prüfung der Ordnungen und Rechte

Zu den Unterlagen, die ein Käufer unter anderem unbedingt anfordern und studieren sollte, zählen die Teilungserklärung, Hausordnung, Beschlusssammlung, Bauakte sowie Zuweisung von Sondernutzungsrechten an Dachboden, Kellerräumen und Stellplätzen. "Diese müssen unbedingt sorgfältig geprüft werden, damit der Käufer nach dem Kauf keine bösen Überraschungen erlebt." Beim Erwerb einer Wohnung ist es außerdem wichtig, die Protokolle der Eigentümerversammlung aus der sogenannten Beschlusssammlung einzusehen.
Aus ihnen ist beispielsweise ablesbar, ob noch Reparaturen ausstehen. Auch die Höhe der Instandhaltungsrücklage in einer WEG ist ein wichtiges Indiz für Tragfähigkeit der Kaufentscheidung. Aus den Protokollen ist auch erkennbar, ob es in der Vergangenheit Streit zwischen den Parteien gegeben hat. "Im Gegensatz zum Hauseigentümer ist der Wohnungseigentümer mit seinem Eigentum in jenes der anderen Woh-nungseigentümer der jeweiligen Wohnanlage sowie deren Interessen eingebunden", sagt Wohltorf. 

Fehler 4: Kauf ohne Wertgutachten

Um die Immobilie nicht zu einem überteuerten Preis zu erwerben, sollte unbedingt eine Marktwerteinschätzung oder ein Verkehrswertgutachten eines Gutachters oder Sachverständigen eingeholt werden. "Das Ergebnis des Gutachtens dient als Abgleich für die Kaufpreisforderung", erklärt Wohltorf.
"Liegt es unter dem geforderten Kaufpreis, sollten Käufer ausführlich prüfen, woran dies liegen kann." Nicht jede teure Immobilie muss schlecht sein. Viele Kaufinteressenten von Immobilien in guten und sehr guten Lagen nehmen Renditeabschläge in Kauf. "Der Immobilienverband IVD hat ermittelt, dass gerade diese Immobilien im Lauf der Jahre eine besondere Wertbeständigkeit aufweisen", sagt Wohltorf. 

Fehler 5: Mangelnde Prüfung von Mietverträgen und bestehenden Erträgen aus der Immobilie

Mit den Mieteinnahmen steht und fällt der Erfolg der Investition. Deshalb müssen diese vor dem Kauf eingehend überprüft werden. "Käufer sollten vor dem Kauf ermitteln, wie hoch die tatsächliche Nettokaltmiete ist, und ob diese auch langfristig zu erzielen ist", erklärt Wohltorf. Dazu sind die Mieterklientel, der Leerstand in der Immobilie und die Mieterfluktuation zu analysieren. Ob die Vermietungschancen zu einer bestimmten Miete realistisch oder Mietsteigerungen möglich sind, sollte unbedingt geprüft werden. 

Fehler 6: Kauf unter Zeitdruck

"Käufer sollten sich niemals zu einem schnellen und übereilten Kauf drängen lassen", empfiehlt Wohltorf. "Zunächst müssen alle Unterlagen, Fakten und die Immobilie sorgfältig geprüft werden, bevor eine Entscheidung getroffen wird." Um ein Gespür für den Markt zu bekommen, empfiehlt Wohltorf, verschiedene Angebote zu prüfen und sich verschiedene Objekte beziehungsweise Wohnungen anzuschauen. "Ein Anfänger sollte auch niemandem glauben, der ihn davon überzeugen will, die Immobilie sei ein besonders günstiges Angebot und ein schnelles Handeln sei erforderlich." Ein wichtiges Indiz ist auch der Zeitpunkt, der für die notarielle Beurkundung vorgeschlagen wird. "Diese sollte zu den normalen Geschäftszeiten erfolgen", erläutert Wohltorf. "Alles andere sollte den Käufer aufhorchen lassen." Nur wenn es für einen auswärtigen Käufer gar nicht anders einzurichten sei, könne eine Beurkundung am Wochenende oder am Abend in Betracht gezogen werden.

Fehler 7: Kauf ohne Berater

Wie die genannten Fehlerquellen zeigen, sollte eine Kaufentscheidung nicht ohne fachlich fundierten Rat getroffen werden. "Makler und Verwalter sind wertvolle Ratgeber für jeden Käufer", sagt Wohltorf. "Immobilienmakler unterstützen den Käufer gezielt und können ihre ganze Erfahrung zur Verfügung stellen, wenn der Kunde dies wünscht." Es empfiehlt sich einen entsprechenden Beratungsvertrag abzuschließen und einen professionellen Makler hinzuzuziehen. "Ein wichtiger Qualitätsnachweis für Makler ist die Mitgliedschaft in einem Berufsverband wie dem Immobilienverband IVD oder die Zertifizierung des Immobilienmaklers nach der Maklernorm DIN EN 15733", erläutert Wohltorf.


Informationsportal für mehr Transparenz Die Berliner Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz hat am 1. Februar die Internetseite www.schutz-vor-schrottimmobilien.de vorgestellt, die in Kooperation mit dem IVD erarbeitet worden ist. Die Internetseite enthält detaillierte Hinweise und eine Checkliste, wie sich Anleger vor dem Kauf einer überteuerten oder für ihre Situation ungeeigneten Eigentumswohnung schützen können. "Wir freuen uns, dass Senator Thomas Heilmann dieses Projekt zügig umgesetzt hat und so für mehr Transparenz sorgt", kommentiert Wohltorf. 


Autor: IVD Berlin-Brandenburg

www.schutz-vor-schrottimmobilien.de

Klimaschutz passt in den Alltag

Köln, 05.02.2012: 80 Kölner Haushalte haben seit Mai 2011 als „KlimaHaushalt“ gelebt.

Dabei haben sie Tipps und Maßnahmen zum Klimaschutz in den Bereichen Ernährung, Energie und Mobilität in ihrem Alltag umgesetzt. Der Feldversuch lief im Forschungsprojekt KlimaAlltag und ist jetzt erfolgreich abgeschlossen. Das gesamte Projekt läuft bis Oktober 2013.

 

Viele wollten ein „KlimaHaushalt“ werden: Ingesamt 240 Bewerbungen erhielt die Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen, die den Feldversuch betreut. „Wir waren sehr überrascht, dass so viele bereit waren, an unserem aufwendigen Feldversuch teilzunehmen. Das zeigt ein hohes Interesse, aktiv etwas für das Klima zu tun“, sagt Frank Waskow von der VZ NRW. Der Feldversuch mit schließlich 80 Haushalten war Teil des Forschungsprojekts KlimaAlltag, das vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung geleitet wird.

 

Im Feldversuch hatten sich die „KlimaHaushalte“ aus verschiedenen Milieus und Schichten freiwillig verpflichtet, ihren CO2-Ausstoß zu verringern. Dabei ging es um die Bereiche Wohnen und Energienutzung im Haushalt, Ernährung und Mobilität. Die Haushalte wurden über ein halbes Jahr von der VZ NRW gezielt dazu beraten und der Versuch wissenschaftlich begleitet. Das ISOE hat die KlimaHaushalte während des Versuchs unter anderem nach ihren positiven Erfahrungen und Hemmnissen bei der Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen befragt.

 

Bereits jetzt lässt sich sagen, dass der Versuch ein Erfolg war und viele die Beratung angenommen haben. So sagt ein Teilnehmer: „Wenn wir aus dem Haus gehen, werden alle Elektrogeräte abgeschaltet, inklusive Stand-by. Das hat sich schon in den Alltag integriert.“ Die Studien werden nun ausgewertet, abschließende Veröffentlichungen liegen noch im Frühjahr vor.

 

Projektleiter Dr. Immanuel Stieß vom isoe stellt fest: „Der Feldversuch hat gezeigt, dass es quer durch die Bevölkerung eine große Bereitschaft gibt, selbst etwas für den Klimaschutz zu tun. Aber vor allem Haushalte mit geringem Einkommen befürchten, durch Klimaschutzmaßnahmen finanziell oder zeitlich überfordert zu sein. Da sind individuelle Lösungen und Beratung nötig.“

 

Autor: KlimaAlltag  http://www.klima-alltag.de/

Makler erwarten steigende Nachfrage nach Wohneigentum

Berlin, 03.02.2012 - Die Nachfrage nach Wohneigentum wird 2012 nach Einschätzung der Immobilienmakler weiter steigen. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des IVD Bundesverbands. Anfang Januar wurden rund 750 Makler befragt, wie sie den Wohnimmobilienmarkt 2012 einschätzen und welche Kaufmotive sie bei ihren Kunden erwarten. "Die Erfahrungen der Makler in den ersten Wochen des neuen Jahres zeigen, dass die Nachfrage nach Wohnimmobilien ungebremst wachsen wird", erklärt Jens-Ulrich Kießling, Präsident des IVD. 

Die stärksten Zuwächse erwarten die Befragten Makler bei Mehrfamilienhäusern für Kapitalanleger. 74 Prozent gehen davon aus, dass dieses Segment sich positiv entwickeln wird. Knapp dahinter mit 71 bzw. 70 Prozent liegen die Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen für Selbstnutzer. Für vermietete Eigentumswohnungen erwarten 66 Prozent ein wachsendes Interesse. Bei Maklern, die in einer Metropolregion tätig sind, ist die Zuversicht sogar noch größer. 82,3 Prozent der Befragten rechnen damit, dass das Interesse von Kapitalanlegern an Mehrfamilienhäusern in Metropolen und deren Umland steigt. "Durch Zuzug und steigende Haushaltszahlen wird die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen Großstädten weiter zunehmen", erläutert Kießling.
"Steigende Mieten sind die Folge. Dieses Potenzial wollen viele Anleger nutzen." 

Analog zum erwarteten Nachfragezuwachs gehen 41,1 Prozent der Befragten von einem Umsatzplus aus. 45,6 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden Geschäftsvolumen. Lediglich 10,4 Prozent erwarten einen niedrigeren Umsatz. 

Historisch niedriges Zinsniveau wichtigstes Kaufmotiv für Selbstnutzer

Bei den Kaufmotiven der Selbstnutzer liegt das historisch niedrige Zinsniveau nach Ansicht der Makler an erster Stelle. Rund 72,6 Prozent der Befragten sehen dies so. "Die geringen Finanzierungskosten führen aktuell zu einer besonders günstigen Erschwinglichkeit für Wohnimmobilien", so Kießling. Auf dem zweiten Platz folgt mit 65,1 Prozent die Sorge vor Inflation. "Durch den Kauf des sogenannten Betongolds wollen viele Käufer sich vor der befürchteten Geldentwertung schützen." Die Aussicht auf mietfreies Wohnen im Alter ist mit einem Anteil von 56,2 Prozent das drittwichtigste Kaufargument bei den Selbstnutzern.

Kapitalanleger Betongold

Bei den Kapitalanlegern wird nach Ansicht der Makler der Inflationsschutz durch den Erwerb einer Immobilie das wichtigste Kaufmotiv sein. Über 80 Prozent gaben dies als Motivation an. Auf den Plätzen zwei und drei liegen jeweils mit rund 58 Prozent gleichauf das niedrige Zinsniveau und die Immobilie als stabile Kapitalanlage mit Aussicht auf gute Wertentwicklung.
"Die Unsicherheit an den Aktienmärkten und die geringe Verzinsung von sicheren Kapitalanlagen wie Festgeld oder Bundesanleihen führen zu einem anhaltend hohen Kaufinteresse bei Kapitalanlagern", sagt Kießling. "So lange die Zinsen nicht signifikant anziehen und die Preise nur moderat steigen wird sich daran nichts ändern."


Autor: IVD Bundesverband   http://www.ivd.net

Die neue Plus-Energie-Welt
Berlin, 01.02.2012: Am 21.02.2012 werden auf einer großen Fachveranstaltung im Rahmen der Baufachmesse „bautec 2012“ erste Erfahrungen mit dem Effizienzhaus Plus des Bundesministeriums für Bau-, Stadt- und Raumentwicklung vorgestellt und die möglichen weiteren Entwicklungen diskutiert.
Das Zeitalter der positiven Energiebilanzen hat begonnen. Am 07.12.2011 eröffneten Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Minister Dr. Peter Ramsauer das Effizienzhaus Plus des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Berlin. Es erzeugt in der Jahresbilanz mehr Energie wie für Heizung, Warmwasserbereitung und Haushaltsstrom benötigt wird. Mit dem Energieüberschuss werden Elektrofahrzeuge geladen. Aktuell werden am Effizienzhaus Plus die Systeme getestet und Messdaten erhoben. Zudem ist geplant, das Gebäude für 15 Monate einem realen Nutzungstest zu unterziehen und ein entsprechendes Monitoring durchzuführen. Dazu wird ab März 2012 eine vierköpfige Familie einziehen.

Kurz vor dem Einzug der Familie werden am 21.02.2012 im Rahmen der Baufachmesse „bautec 2012“ erste Erfahrungen mit diesem Modellvorhaben vorgestellt und die möglichen weiteren Entwicklungen diskutiert. Auch Partner des neu entstehenden Netzwerkes für Gebäude im Plus-Energie-Standard, wie Prof. Fisch, die Firma VELUX und die Unternehmen der Fertighausindustrie, werden über ihre Erfahrungen berichten. Ein Schwerpunkt der Tagung ist auch die Diskussion zur Gewinnung erneuerbarer Energien über die Gebäudehülle und die intelligente Vernetzung und Speicherung. Die Tagung wird durch eine Rede des Staatssekretärs im BMVBS, Herrn Rainer Bomba, eröffnet.

Angemeldete Teilnehmer erhalten freien Entritt zur bautec 2012. 

Anfang 21.02.2012 13:00 Uhr
Ende 21.02.2012 19:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Messegelände Berlin, Messedamm 22, 14055 Berlin, 
Messepalais am Funkturm
Energiewende retten - Rösler stoppen!

 

Köln, 31.01.2012: In den nächsten 48 Stunden will "campact.de" 50.000 Menschen hinter den Eil-Appell versammeln. Stärken auch Sie Röttgen den Rücken - und unterzeichnen Sie den Appell!

Die Energiewende ist bedroht! Wirtschaftsminister Rösler blockiert sie ausgerechnet dort, wo sie sich entscheidet: Beim sparsamen und effizienten Einsatz von Energie. In Brüssel will er eine mutige EU-Richtlinie völlig verwässern.

 

Auf dem Papier ist die Energiewende beschlossen. Doch Wirtschaftsminister Rösler blockiert sie ausgerechnet dort, wo sie sich entscheidet: beim effizienten Einsatz von Energie. In Brüssel will er im Namen der Bundesregierung den mutigen Vorschlag der EU-Kommission für eine verbindliche Energieeffizienz-Richtlinie bis zur Unkenntlichkeit verwässern. Doch wenn es jetzt nicht gelingt, Energie sparsamer einzusetzen, dann droht uns schon in wenigen Jahren erneut eine Debatte, ob alle AKWs wie geplant abgeschaltet werden können.

 

Bisher tritt Umweltminister Röttgen Röslers Klientelpolitik für die Energiekonzerne energisch entgegen. Röttgen erkennt das enorme Potential für Innovationen, das Energieeffizienz für unsere Wirtschaft birgt. Jetzt hat Kanzlerin Merkel Röttgen und Rösler ein Ultimatum gestellt: Noch diese Woche sollen sie sich einigen. In den nächsten 48 Stunden wollen wir deshalb 50.000 Menschen hinter unseren Eil-Appell versammeln. Stärken auch Sie Röttgen den Rücken!

 

Die EU-Kommission will mit ihrer Energieeffizienz-Richtlinie endlich verbindliche Ziele und Regeln einführen. Danach soll der Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent gesenkt werden. Die Energieversorger sollen verpflichtet werden, ihren Kunden intelligente Anreize für den effizienten Einsatz von Energie zu setzen und sie dabei zu unterstützen, ihre Häuser zu dämmen, alte Kühlschränke auszutauschen und intelligente Stromzähler zu installieren. Kraftwerke dürften nur noch mit Kraft-Wärme-Kopplung errichtet werden.

 

Dagegen versucht Rösler, die Richtlinie zu einer unverbindlichen Absichtserklärung zu verwässern. Damit will er die Energiekonzerne schonen und gleichzeitig den neuen Kampfbegriff der FDP prägen: Wachstum um jeden Preis - auch wenn es nur wenigen Konzernen dient. Ein nachhaltiges Wachstum mit einem intelligenten und effizienten Einsatz von Energie, das Handwerksbetrieben, Kleinunternehmen und Stadtwerken dient und hunderttausende Arbeitsplätze schafft, will er hingegen verhindern.

 

In zehn Jahren sollen sechs der neun noch laufenden Atomreaktoren innerhalb von nur 12 Monaten abgeschaltet werden. Wenn bis dahin die Energiewende nicht auf einem guten Weg ist, droht uns erneut eine Verlängerung der Laufzeiten. Das gilt es jetzt zu verhindern! http://www.campact.de/klima/sn15/signer

 

Energetische Sanierung und Radonbelastung
Die Projektleiter Volker Ehret und Prof. Joachim Breckow (von links) begutachten den Messkopf eines Alpha-sensiblen Szintillationsmessgeräts.
Die Projektleiter Volker Ehret und Prof. Joachim Breckow (von links) begutachten den Messkopf eines Alpha-sensiblen Szintillationsmessgeräts.
Köln, 30.01.2012: Die Technische Hochschule Mittelhessen untersucht den Zusammenhang zwischen baulichen Energiesparmaßnahmen für Wohnhäuser und der Radonkonzentration in Innenräumen. Projektleiter sind Prof. Dr. Joachim Breckow und Volker Ehret vom Gießener Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz. Auftraggeber des Projekts, das ein Finanzvolumen von 235.000 Euro hat, ist das Bundesamt für Strahlenschutz.
Radon ist ein natürliches radioaktives Edelgas, das überall vorkommt. Es entsteht vor allem im Erdboden und dringt durch undichtes Mauerwerk in Gebäude ein. Das Gas gelangt dann mit der Atemluft in die Lungen und kann zu Strahlenschäden führen. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums gehen etwa sieben Prozent der Lungenkrebserkrankungen in Deutschland auf die Radonbelastung zurück. Die geplante Novellierung der EU-Grundnormen zum Strahlenschutz zielt auf eine Verringerung der Radonexposition in Wohnungen und öffentlichen Gebäuden.

Die Radonkonzentration in der Raumluft ist stark von der Durchlüftung abhängig. Bauliche Sanierungsmaßnahmen, wie sie die Energieeinsparverordnung von 2009 in Deutschland vorsieht, können zum Beispiel durch den Einbau dichterer Fenster die Luftwechselrate senken und so die Radonkonzentration erhöhen. In Passivhäusern wiederum regeln Lüftungsanlagen ohne Einfluss durch die Bewohner den Luftaustausch.

Das Team der THM wird den Zusammenhang zwischen verschiedenen Methoden energetischer Sanierung und der jeweiligen Radonkonzentration in der Raumluft systematisch untersuchen. Die Wissenschaftler wollen außerdem herausfinden, mit welchen Mitteln ein eventuelles Ansteigen der Konzentration des Gases vermieden werden kann.

Forschungsobjekte werden vier Einfamilienhäuser sein, deren energetische Sanierung bevorsteht. Ermittelt wird die Radonkonzentration jeweils zwei Monate lang vor und nach den Umbauten. Neben der Radonmessung werden auch kontinuierlich die Rahmenbedingungen dokumentiert, die die Messergebnisse beeinflussen können. Dazu gehören zum Beispiel das Wetter und das Verhalten der Hausbewohner. Das Projekt läuft drei Jahre.

Autor: Technische Hochschule Mittelhessen

Der Golfstrom wärmt sich rascher auf
Bergung einer Verankerung im Atlantik
Bergung einer Verankerung im Atlantik
Foto: R. Zantopp, GEOMAR.
Beobachtete Temperaturänderung von 1900-2008.
Beobachtete Temperaturänderung von 1900-2008.
Köln, 29.01.2012: Der Golfstrom ist nicht nur eine der stärksten Meeresströmungen. Die mit ihm transportierte Wärme ist insbesondere für das vergleichsweise milde Klima in Europa verantwortlich. Ein internationales Forscherteam untersuchte nun, wie sich das Verhalten dieses Stromsystems, wie auch anderer westlicher Randströme, im letzten Jahrhundert verändert hat. Dazu trugen sie eine Vielzahl von Beobachtungsdaten und Modellsimulationen zusammen und kamen zu dem Ergebnis, dass sich diese Stromsysteme zwei- bis dreimal so rasch erwärmt haben als der Rest des Ozeans. Neben der direkten Wirkung auf das Klima, ist auch die dadurch reduzierte Aufnahmefähigkeit von Kohlendioxid von besonderer Bedeutung.
Eisfreie Küsten bis in Regionen nördlich des Polarkreises, Laubwälder und Getreideanbau, wo in anderen Erdteilen auf gleichem Breitenkreis subpolare Bedingungen vorherrschen - das Klima Mittel- und Nordeuropas ist dank des Golfstroms und seiner sich weit nach Norden erstreckenden Ausläufer vom Klima her sehr begünstigt. Die warme Meeresströmung, die ihren Ursprung im Golf von Mexiko hat, transportiert bis zu 100 Mio. Kubikmeter Wasser pro Sekunde an der amerikanischen Ostküste entlang nach Norden. Dabei ist der Golfstrom nur eine von mehreren sogenannten westlichen Randströmen, die für die Umverteilung von Wärme und Feuchte zwischen den Subtropen und Polargebieten verantwortlich sind. Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat nun untersucht, inwieweit sich diese warmen Strömungen im Laufe des letzten Jahrhunderts verändert haben. Die Ergebnisse, die nun ein der Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Erwärmung dieser Stromsysteme besonders stark ausfällt und mit einer leichten polwärtigen Verlagerung einhergeht. Dies kann auch Konsequenzen für die Aufnahme von Kohlendioxid im Ozean haben, die bei höheren Temperaturen geringer ausfällt.

„Wir haben insgesamt acht verschiedene globale Beobachtungsdatensätze der Temperatur angeschaut sowie Meeresströmungen mit Hilfe eines hochauflösenden Ozeanmodells unter Nutzung von Beobachtungsdaten simuliert“, erläutert Prof. Dr. Martin Visbeck, Co-Autor der Studie und Leiter der Physikalischen Ozeanographie am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR). „Mit dieser Studie konnten wir zeigen, dass alle westlichen Randstromregionen über die letzten 100 Jahre eine deutlich stärkere Erwärmung als das globale Mittel zeigen“, so Visbeck weiter. Die Gründe dafür sind nicht vollständig verstanden. „Wir dachten erst an systematische Verstärkung im Windfeld. Dies hat sich so klar nicht bestätigt nur eine leichte polare Verschiebung der Windsysteme ließ sich finden. Alles deutet auf eine Veränderung der globalen Ozeanzirkulation durch den Klimawandel hin mit expandierenden Subtropen“, meint Professor Visbeck. Um der Ursache des Befunds weiter auf die Spur zu kommen, werden zwei Dinge benötigt: weitere, lange Modellsimulationen und vor allem Langzeitbeobachtungen in den westlichen Randstromsystemen um klimabedingte Trends von natürlichen Schwankungen zu trennen. „Der Patient Ozean braucht eine Art Langzeit-EKG, denn mit sporadischen Messungen werden wir die Ursache nur sehr schwer finden. Solche Erwärmungstrends haben auch noch andere Langzeitfolgen, wie zum Beispiel eine reduzierte Aufnahme von Kohlendioxid, die wiederum die Klimaerwärmung weiter verstärkt. Hier müssen wir aufpassen, um schwerwiegende Langzeitfolgen zu vermeiden“, resümiert Visbeck.

Originalarbeit:
Wu, L., W. Cai, L. Zhang, H. Nakamura, A. Timmermann, T. Joyce, M. J. McPhaden, M. Alexan-der, B. Qiu, M. Visbeck, P. Chang, and B, Giese, 2012: Enhanced warming over the global subtropical western boundary currents. Nature Climate Change, DOI: 10.1038/NCLIMATE1353

 

Autor:


http://www.geomar.de/
Lithium-Akkus für Solarstrom könnten 2012 kommen

Köln, 28.01.2012: 2012 könnte es zahlreiche neue Lösungen zum Speichern von Solarstrom geben. Spätestens zur Intersolar im Juni wollen die Hersteller ihre Produkte in den Verkauf bringen.

Auch Lithium-Ionen-Akkus sollen dabei sein. Batteriespeicher sind wirtschaftlich spannender, seit der Eigenverbrauch von Solarstrom stärker gefördert wird. Sie sollen die Stromnetze entlasten.

 

"Wir wollen bis Mitte 2012 auf der Intersolar eine kaufbare Lösung haben, die in Kombination mit Partnern vor allem aus dem Wechselrichterbereich angeboten wird", sagt etwa Felix von Borck, Geschäftsführeri Akasol Engineering  m Gespräch mit EnBauSa.de. Die Darmstädter Akasol passt die für Autos bereits verfügbaren Lithium-Ionen-Akkus an Solaranwendungen an.

 

Die Hürden seien derzeit nicht nur technischer, sondern vor allem auch rechtlicher Natur. So gehe es beispielsweise darum, die Gewährleistung der Zellhersteller in Verträge den Integratoren und den Endbenutzern abzubilden. Derzeit liefere man Muster an Partner und favorisierte Kunden. "Wir werden nicht auf Kosten der Kunden entwickeln", die endgültige Verfügbarkeit hänge von der Markt- und der Produktreife ab. Bei ersterem ist der Preis entscheidend: "Bei 100.000 identischen Systemen wäre derzeit ein Preis von 500 Euro pro Kilowattstunde günstig", so von Borck. 3.000 Zyklen seien Stand heute möglich.

 

Autor: http://www.enbausa.de/solar-geothermie/aktuelles/artikel/lithium-akkus-fuer-solarstrom-koennten-2012-kommen-2692.html

Kein Durchblick bei "Ökostrom"

Köln, 27.01.2012: Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert ein bundesweit einheitliches und anspruchsvolles Label für Ökostrom. „Wie bei Biolebensmitteln brauchen wir endlich auch beim Ökostrom Verlässlichkeit“, fordert vzbv-Vorstand Gerd Billen. Eine repräsentative Umfrage von forsa im Auftrag des vzbv belegt: Verbraucher verlieren in der Labelflut des Ökostrommarktes mit unterschiedlichen Philosophien und intransparenten Kriterien den Durchblick. „Soll Ökostrom weiterhin eine Erfolgsstory bleiben und eine tragende Säule der Energiewende werden, ist es höchste Eisenbahn für ein verlässliches Ökostromlabel“, sagt  Billen.

Irrtümlich gehen fast 40 Prozent der Befragten davon aus, dass klare gesetzliche Regelungen bestehen, die festlegen, was „Ökostrom“ ist. So das Ergebnis der Umfrage. Tatsächlich ist der Begriff jedoch weder gesetzlich definiert noch rechtlich geschützt. Nur gut jeder vierte Verbraucher hat schon einmal von einem Ökostromlabel gehört. Viele denken, zwischen den Labels gebe es keine Unterschiede. Dies hatte kürzlich auch eine Umfrage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bestätigt. „Die Verbraucher finden das Thema Ökostrom wichtig, wissen aber nicht, was es ist“, bilanziert Billen und sieht erheblichen Nachbesserungsbedarf seitens der Wirtschaft und der Politik.

Ökostrom durch Zukauf von Zertifikaten lehnen Verbraucher ab

Händlermodell, Spendenmodell, Initiierungsmodell, CO2-Kompensationsgeschäfte – der Markt lässt gegenwärtig eine unübersichtliche Palette an Angeboten unter dem Begriff „Ökostrom“ zu. „Die für Verbraucher wichtigen Kriterien finden sich in den Marktangeboten nur unzureichend wieder“, berichtet Billen. So erwarten die Verbraucher, dass Ökostrom zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen erzeugt wird, die Herkunft transparent ist und der Anbieter einen Teil seiner Erlöse in den Bau neuer Anlagen investiert. Zudem wünscht sich etwa die Hälfte der Befragten eine zeitgleiche Erzeugung des Ökostroms zum Verbrauch, die Erzeugung in Deutschland sowie einen Direktbezug vom Stromerzeuger. Strom durch den Zukauf von Zertifikaten einen grünen Anstrich zu geben, lehnen die Verbraucher hingegen ab.

Bundesregierung muss „Projekt Ökolabel“ rasch umsetzen

„Die Bundesregierung muss mit einem anspruchsvollen Standard und einem Label für Ökostrom rasch Klarheit in diesem wichtigen Stromsegment schaffen“, fordert Billen. Das Wirtschafts-, Umwelt- und Verbraucherministerium sind jetzt gefordert, den Ausbau der nachhaltigen Energieerzeugung in transparente Bahnen zu lenken. Es müsse festgelegt werden, wer die Federführung bei diesem wichtigen Projekt hat. Billen: „Nur mit einem ambitionierten Label können Verbraucher mit einem Stromanbieterwechsel positive Akzente für den Klimaschutz setzen“.

Ausgewählte Umfrageergebnisse

  • 45 Prozent finden das Thema Ökostrom wichtig.
  • 37 Prozent meinen, es gebe klare gesetzliche Regelungen, was Ökostrom ist.
  • 27 Prozent haben schon einmal von Ökostromgütesiegeln gehört; am bekanntesten ist TÜV Süd mit 30 Prozent.
  • Die Mehrheit kennt die Unterschiede zwischen den Labels nicht oder glaubt, es gebe keine.
  • 69 Prozent würden bei Ökostrombezug dazu beitragen wollen, dass neue Anlagen gebaut werden.
  • 82 Prozent wünschen sich, dass der CO2-Ausstoss insgesamt verringert wird.
  • Für rund zwei Drittel der Verbraucher gehören Atomstromfreiheit, Investition in Neuanlagen und 100 Prozent Erneuerbare zu den zwingenden Anforderungen.
  • Für rund die Hälfte der Befragten halten folgende Kriterien für erforderlich: Gütesiegel/ Herkunftsnachweis, zeitgleiche Bereitstellung, Erzeugung in Deutschland sowie Direktbezug vom Stromerzeuger.
  • 61 Prozent finden einen genauen Nachweis der Investitionen in neue Anlagen notwendig.
  • 87 Prozent haben ein hohes Vertrauen in die Verbraucherzentrale, 86 Prozent in die Stiftung Wartentest, wenn es um die Definition eines Gütesiegels geht.

Autor: www.vzbv.de

Nur jeder Dritte kennt seine genauen Stromkosten

 

Köln, 26.01.2012: Nur jeder dritte Deutsche (35 Prozent) kennt die genaue Höhe seiner Stromkosten. Das ergab eine repräsentative Umfrage* unter 2.000 Bundesbürgern im Auftrag der Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). Ein Drittel (33 Prozent) hat nur eine ungefähre, ein weiteres Drittel (32 Prozent) gar keine Vorstellung von den jährlichen Ausgaben für Strom.

Die Umfrage zeigt: Auch wenn die Strompreise in der Vergangenheit gestiegen sind, weiß die Mehrheit nicht, wie viel Geld sie überhaupt für Strom ausgibt. 


"Es lohnt sich für jeden Haushalt, bei den Stromkosten genau hinzusehen", betont Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. "Strom ist ein kostbares Gut. Das wird in Zukunft noch mehr gelten als bisher. Wer Strom spart, sichert sich gegen den Anstieg der Stromkosten ab und leistet einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende. Denn jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, muss gar nicht erst hergestellt werden."

Die Initiative EnergieEffizienz der dena unterstützt Verbraucher daher mit einem umfassenden Angebot unter www.stromeffizienz.de Externer Link dabei, Stromverbrauch und -kosten in den Griff zu bekommen. Ob Online-Rechner, Informationsbroschüren oder Auswahlhilfen für den Kauf sparsamer Elektrogeräte - im Online-Portal der Initiative EnergieEffizienz  finden Verbraucher alle notwendigen Informationen rund um das Thema Stromsparen. Mit dem kostenlosen Online-Stromsparcheck lässt sich beispielsweise der eigene Haushalt in rund fünfzehn Minuten auf Einsparpotenziale hin untersuchen. Mit den Stromkostenchecks kann der Verbraucher ausrechnen, wie viel Geld er durch den Kauf eines energieeffizienten Fernsehgeräts oder Kühlschranks sparen kann. Ein Blick in die TopGeräte-Datenbank hilft dabei, die energieeffizientesten Modelle zu finden, die derzeit am Markt erhältlich sind. 

Sämtliche Informationen rund um das Thema Stromeffizienz im Haushalt unter www.stromeffizienz.de Externer Link oder bei der kostenlosen Energie-Hotline: 08000 736 734. Die Initiative EnergieEffizienz ist eine Kampagne der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

*Das Meinungsforschungsunternehmen Forsa befragte im Oktober 2011 im Auftrag der Initiative EnergieEffizienz über 2.000 Privathaushalte in telefonischen Interviews zum Thema Energieeffizienz. Weitere Hintergrundinformationen zur Umfrage unter: 
www.stromeffizienz.de Externer Link.

 

Autor: www.dena.de

Der Teufel tagt im Konferenzraum
Köln, 25.01.2012: Finanzkrise, Klimawandel, Umweltkatastrophen, der Niedergang der Wohlstandsgesellschaft – Zufall oder ultimative Verschwörung einer höheren Macht? Ein Projekt der Leuphana Universität Lüneburg gibt darauf eine filmische Antwort: Hinter allem steckt der Teufel persönlich, und zwar in der Verkleidung eines Industriekapitäns.
So jedenfalls sieht es das Drehbuch der satirischen Drama-Serie „Satans Boardroom“ vor. Die Pilotepisode wird in diesen Tagen auf dem Campus der Leuphana und in Lüneburg gedreht. Benjamin Quabeck führt Regie. Lavinia Wilson, Sebastian Blomberg, Martin Umbach und Tom Schilling spielen die Hauptrollen. Das Konzept für den 20minütigen Pilotfilm stammt von Alexander von Lukowitz. Der wissenschaftliche Mitarbeiter des „Moving Image Lab“ (MIL) der Leuphana hat einen Stoff entwickelt, der grundlegende soziale Fragen und Gegenwartskrisen thematisiert. Im Zentrum steht das Thema der Täuschung - von der Lüge über Blendung bis hin zur Heuchelei. Das „Moving Image Lab“ bietet einen Experimentierraum für praxisnahe Bewegtbildkonzepte im Internet, insbesondere für interaktive Formate (Cross-Media Publishing). Es versteht sich als Think-Tank zur Ausgestaltung von Ideen und als Werkstatt für Filmproduktionen.

Das ungewöhnliche Projekt ist Teil des Schwerpunktes „Digitale Medien“ im EU-Innovations-Inkubator an der Leuphana Universität Lüneburg. Im „Moving Image Lab“ entwickeln Forscher gemeinsam mit renommierten Autoren und Regisseuren sowie erfahrenen Produzenten serielle Fiction-Formate zur Erforschung und Erprobung neuer Gewohnheiten der Mediennutzung. Mit der Konzeption, Produktion und Distribution von digitalen Videoinhalten wollen sie Bausteine für die künftige Medienlandschaft entwickeln. Neue Medienformate gehören dazu ebenso wie innovative Produktions- und Vermarktungsstrategien. Die wachsende Abwanderung des Publikums vom klassischen Fernsehen zwingt Programmanbieter dazu, sich den neuen Medien zu öffnen und neue Mitbewerber zu akzeptieren. Die technischen und ästhetischen Grundlagen des Internets ermöglichen dabei multimediale Unterhaltungsangebote, in denen sich Geschichten besonders für Zielgruppen unter 35 Jahre erzählen lassen. Vorbilder sind angelsächsische TV-Serien wie „Mad Men“ oder „Breaking Bad“. Sie erzählen fiktionale Kammerspiele in immer wieder neuen Konstellationen und beschränken sich dabei auf eine überschaubare Anzahl von Hauptcharakteren. „Satans Boardroom“ ist eine Mischung aus magischem Realismus und tradiertem Mystizismus, die unter dem Stichwort „Urban Fantasy“ das Fernsehen neu belebt.

„Für die Region Lüneburg bietet das die große Chance, zum Produktionsstandort für eine weitere Filmserie zu werden“, sagt Holm Keller, hauptberuflicher Vizepräsident der Leuphana und Inkubator-Verantwortlicher, mit Blick auf die ARD, die bereits vor Jahren die Stadt Lüneburg und deren Umgebung als Produktionsstandort für fiktionale Stoffe entdeckt hat. Ziel sei es, für das neue Format Programmanbieter und Verwerter zu gewinnen, die verstärkt auf den Zuschauer als aktiven Mediennutzer setzen. Das Internet biete dafür die idealen Voraussetzungen. Hier könnten Filme mit Spielen, Social Media, Musik oder Dokumentationen problemlos verknüpft werden. Erste Gespräche mit interessierten Sendeanstalten und anderen Institutionen seien erfolgreich verlaufen.

Der Innovations-Inkubator Lüneburg ist ein europaweit einmaliges Projekt zur Förderung der Wirtschaft im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg. Die Leuphana Universität Lüneburg und das Land Niedersachsen haben das Projekt 2009 gemeinsam gestartet. Die europäische Union fördert es massiv. Der Inkubator zielt darauf ab, den Transfer von Wissen aus der Universität in die regionale Wirtschaft zu beschleunigen. Das stärkt die Wettbewerbsposition der kleinen und mittleren Unternehmen und schafft neue Arbeitsplätze. Außerdem fördert das Projekt die Ausbildung hoch qualifizierter Absolventinnen und Absolventen auch für den regionalen Arbeitsmarkt.

Bis 2015 werden mehr als 50 Projekte an der Leuphana Universität Lüneburg realisiert. Wissenschaftler und Unternehmer aus der Region arbeiten dafür eng zusammen. Drei Schwerpunkte prägen die thematische Ausrichtung des Inkubators: „Gesundheit“, „Digitale Medien“ und „Nachhaltige Energie“. 

Insgesamt verfügt der Inkubator über ein Forschungsmittelvolumen von annähernd 100 Millionen Euro. Knapp zwei Drittel hiervon kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union.

 

Autor:
http://www.leuphana.de/
Solarhelm liefert Strom
Köln, 24.01.2012: Auf einen Skihelm montiert ist es nahezu unsichtbar: das dreidimensionale Solarmodul, das von Forschern des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM entwickelt wurde. Mit der neuartigen Methode lassen sich die leistungsfähigen Solarzellen erstmals an die gekrümmte Form eines Helms anpassen, ohne dass dabei Robustheit und Leistung auf der Strecke bleiben.
In Zusammenarbeit mit der TU Berlin und der Firma TEXSYS hat das Fraunhofer IZM den Grundstein für eine vollständige Deckung des Energiebedarfs direkt in den Helm integrierter Kommunikationsmodule gelegt: Stereo-Kopfhörer oder Headsets können schon bald mit der Energie betrieben werden, die allein durch die Solarzellen auf der Oberfläche eines Skihelms gewonnen wird. Das Anschließen eines mobilen Gerätes wie Smartphone oder MP3-Player ist dabei kabellos über Bluetooth möglich. Mit dem dazugehörigen Bluetooth-Handschuh hat der Anwender direkten Zugriff auf eingehende Anrufe. Selbst der MP3-Player kann so bequem ferngesteuert werden, sodass das umständliche Ausziehen der Handschuhe bei Minusgraden endlich der Vergangenheit angehört. Der Nutzer erhält so ein komplettes Kommunikationssystem, das ganz ohne lästige Kabel und nahezu ohne zusätzliches Gewicht direkt in die Skiausrüstung integriert ist.

Wie funktioniert’s?
Möglich wird die direkte Energieversorgung des Headsets erst über das neu entwickelte Solarmodul des Fraunhofer IZM. Es sorgt für die vollständige Deckung des Energiebedarfs bei allen Wetterbedingungen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn großflächige Solarzellen mit sehr hohem Wirkungsgrad (> 20 Prozent) eingesetzt werden.

Die größte Herausforderung stellte daher die Anpassung des Solarmoduls an die gekrümmte Fläche des Skihelms dar. Bisher war es nur möglich, recht kleine Solarmodule auf unebenen Oberflächen zu integrieren. Auch mechanisch flexible, in Folienform erhältliche Solarmodule sind für diese Zwecke nicht geeignet, da sie zum einen nur in einer Richtung (zylindrisch) biegbar sind und meist auch einen Wirkungsgrad besitzen, der deutlich unter dem von starren Solarzellen liegt.

Das Fraunhofer IZM hat deshalb eine neue Aufbau- und Verkapselungstechnologie entwickelt, bei der sehr hochwertige Solarzellen aus einkristallinem Silizium in sehr kleine Einzelchips segmentiert und an eine dreidimensionale, gekrümmte Form angepasst werden können. Das Bruchrisiko der Einzelzelle bei starker punktförmiger mechanischer Belastung wird dadurch ebenfalls stark reduziert. Darüber hinaus ist durch die redundante Auslegung der Solarzellen auch dann noch die einwandfreie Funktion gesichert, wenn eine einzelne Zelle ausfällt. 

Mögliche Anwendungen
Die daraus resultierende sehr robuste Technologie kann in vielen exponierten Outdoor-Anwendungen ihren Einsatz finden. Die Stromversorgung wurde als kompakte Einheit aus Solarmodul, Elektronik und Speicher entwickelt und kann leicht an andere Anwendungen mit gekrümmten Oberflächen angepasst werden, wie z. B. Rad- und Reithelme, Rucksäcke, Bestandteile der Kleidung, Karosserieteile und ähnliches. Auch ein nachträgliches Aufrüsten von gängigen Helmen ist mit dem Solarmodul möglich. Ein Einsatz ist überall da denkbar, wo Headsets im Helm schon jetzt zum Alltag gehören, etwa bei Motorradhelmen oder Helmen für Rettungskräfte. Auch der Betrieb eines Lüfters ist denkbar. Auf einem typischen Helm ist ein Modul mit einer Nennleistung von 2 W bequem integrierbar, was der Leistungsaufnahme eines Smartphones entspricht.

Herausforderungen
Die niedrigen bzw. stark wechselnden Temperaturen des Anwendungsgebietes mussten bei der Entwicklung der Speichereinheit besonders berücksichtigt werden. Während sich die Leistung der Solarzellen bei tiefen Temperaturen sogar verbessert, nimmt die Leistung des Akkus signifikant ab. Bei Temperaturen unter 0°C ist das Aufladen des Akkus außerdem nur schlecht bis gar nicht möglich. Hier greift die eigens entwickelte Mikrokontrollersteuerung, die das Laden des Akkus bei Kälte anpasst bis verhindert und die Funktionalität der Ladeelektronik im Temperaturbereich von -30°C bis +60°C gewährleistet. Eine Nutzung der integrierten Kommunikationsmodule ist jedoch auch dann lückenlos möglich, da die Energieversorgung in diesen Perioden bei ausreichendem Licht direkt über das Solarmodul erfolgt. Die Mikrokontrollersteuerung sorgt dafür, dass bei allen Bedingungen (Temperatur, Einstrahlung) immer die maximale Leistung der Solarzelle nutzbar ist (Maximum-Power-Point Tracking).

Ein Nachladen aus dem Stromnetz wird durch die Energieversorgung über das 3D-Solarmodul auf der Oberfläche des Skihelms nahezu überflüssig. In Phasen der Nichtnutzung des Helms ist es außerdem möglich, Smartphone oder MP3-Player direkt über den Akku aufzuladen. Die Suche nach einer Steckdose gehört somit der Vergangenheit an und die Nutzung von Sonnenenergie schont gleichzeitig die Umwelt.

Preis
Derzeit liegt bereits ein Prototyp des Solarhelms vor. Im nächsten Schritt sollen Feldtests und ein Redesign erfolgen, sodass der Solar-Skihelm zu einem Ladenpreis von rund 300 Euro bereits Ende dieses Jahres in Kleinserie mit einem namhaften Helmhersteller erstmalig in den Markt eingeführt wird. (Die auch einzeln erhältlichen Module werden je nach Spezifikation unter 100 Euro liegen.

Der Solarhelm ist vom 29. Januar bis 1. Februar 2012 auf der Messe ISPO Munich am Fraunhofer-Stand der WT-Show (www.wearable-technologies.de) in Halle B6 zu sehen.
Außerdem wird der Solarhelm am Stand des Fraunhofer IZM auf der „IDTechEx Energy Harvesting & Storage Europe 2012“ vom 15.-16. Mai in Berlin gezeigt.

Autor: Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM

Fachausstellung Naturbau


Frankfurt a. M., 23.01.2012: Seit 2010 gibt es eine hochkarätige Fachveranstaltung exklusiv für die Naturbaustoffbranche.

Und in diesem Jahr wird dieser 3. Branchentag Naturbau in Duisburg stattfinden. Nach der Auftaktveranstaltung 2010 in Seligenstadt und dem Symposium Naturbau 2011 in Frankfurt, führt die ÖkoPlus AG am 20. und 21. April 2012 den 3. Branchentag Naturbau im Landschaftspark Duisburg Nord als hochkarätig besetzte Fachausstellung durch (www.branchentag-naturbau.de).

 

ÖkoPlus, der bundesweite Verbund der ökologischen Baustoffhändler, hat für diese Fachmesse das beeindruckende Ambiente des Industriedenkmals einer stillgelegten Hochofenanlage im "Landschaftspark Duisburg-Nord" (www.landschaftspark.de) gewählt. Die ersten Bilder regen bereits die Fantasie an, es lässt sich vorzustellen, wie spannend das Aufeinandertreffen von Naturbaustoffen und alter Industriekultur sein kann.

Aktuelle Informationen zum 3. Branchentag Naturbau finden Sie unter www.branchentag-naturbau.de

Informieren Sie sich in Fachvorträgen und lernen Sie Hersteller, Händler und Produkte kennen, die den strengen Kriterien des ÖkoPlus-Verbundes genügen. 

Datum: 20. und 21. April 2012
Ort: Landschaftspark Duisburg-Nord (www.landschaftspark.de)
Veranstalter: ÖkoPlus AG Frankfurt/Main (www.oekoplus.de)
Autor: ÖkoPlus AG
Heizen wird trotz milder Witterung und niedrigen Verbräuchen teurer

Köln, 21.01.2012:  Einsparung gleicht höhere Rohstoffpreise nicht aus.

Der Energiedienstleister Techem hat Zahlen zu den Energieverbräuchen in deutschen Mehrfamilienhäusern für das Jahr 2010 vorgelegt. Die Botschaft ist zwiespältig: Der Verbrauch ging zwar abermals zurück, nicht jedoch die Kosten. Auch für 2011 liegen Zahlen vor. Vor allem die gegenüber dem Vorjahr deutlich mildere Witterung sorgte für Verbrauchsrückgänge bei den Heizenergien. Bereinigt um den Temperatureffekt liegt der Energieverbrauch um ein Prozent unter dem des Vorjahres, so die AG Energiebilanzen. Das bezieht sich allerdings nicht nur auf den Wärmemarkt, sondern auf den kompletten Energieverbrauch.

 

Die hohen Preise haben 2011 vor allem beim Heizöl zu Kaufzurückhaltung geführt. Aufgrund der Tanks im Keller haben die Menschen bei Heizöl die Möglichkeit, zumindest bedingt auf hohe Preise durch Kaufverzögerung zu reagieren und mit dem Nachfüllen der Tanks zu warten. Der Absatz an leichtem Heizöl lag um 15 Prozent unter dem des Vorjahres, beim schweren Heizöl gab es ein Minus von 3 Prozent.

 

Zur Ermittlung des Energieverbrauchs nach Baualtersklassen hat der Energiedienstleister Brunata Metrona rund 200.000 Kennzahlen analysiert.

 

http://www.enbausa.de/

Cyber-Mobbing und die „gaffende“ Menge

Berlin, 20.01.2012: Herabsetzende Kommentare auf Facebook, entwürdigende Videos auf YouTube, nächtlicher Terror übers Handy – Jugendliche wissen, dass Aggression im Medienzeitalter anders aussieht als noch vor wenigen Jahren. Häufig wird über die Täter von Cyber-Mobbing gesprochen, doch wird dabei eines übersehen:

Viele Attacken im Internet sind erst dann richtig verletzend, wenn es dafür ein Publikum gibt. Aber wie verhalten sich die zunächst unbeteiligten Zuschauer, die sogenannten „Bystander“, die miterleben, dass eine andere Person gedemütigt, beleidigt oder verunglimpft wird? Stellen sie sich auf die Seite der Täter oder versuchen sie das Opfer zu verteidigen? Oder kümmern sie sich gar nicht darum und surfen einfach weiter?

Eine qualitative Studie am Fachgebiet Pädagogische Psychologie von Prof. Dr. Angela Ittel untersuchte, wie sich jugendliche „Bystander“ von Cyber-Mobbing verhalten und fragte nach den Gründen. In Gesprächsgruppen mit 30 Berliner Jugendlichen zeigte sich, dass die 14- bis 17-Jährigen sehr unterschiedliche Gelegenheiten von Cyber-Mobbing beobachteten und entsprechend unterschiedlich reagierten: Mal fanden sie lustig, was da vor sich ging, mal versuchten sie ihren Freunden gegen Online-Attacken zu helfen. Häufig aber verhielten sie sich passiv und warteten erst einmal ab. Doch dieses Verhalten ist nicht unbedingt auf Desinteresse zurückzuführen – oft wiesen die Jugendlichen darauf hin, dass sie sich selbst hilflos und unsicher fühlten und nicht wussten, an wen sie sich wenden können. Teils spielte auch die Befürchtung eine Rolle, selbst zum Opfer des nächsten Angriffs zu werden. Manche dieser Vorfälle ignorierten sie aber auch ganz bewusst, weil sie dem Täter nicht auch noch Aufmerksamkeit schenken wollten. „Nicht jedes Schweigen ist auch eine Zustimmung“, beurteilt der Leiter der Studie, Dr. Jan Pfetsch, diese Haltung. 

Greifen die Jugendlichen hingegen aktiv gegen Cyber-Mobbing ein, so wählen sie viele verschiedene Wege. Besonders ihren Freunden bieten die Jugendlichen Trost und Unterstützung an: Hass-Gruppen werden beim Internetbetreiber gemeldet, die Jugendlichen suchen nach der Identität der Täter. Falls diese bekannt sind, werden die Täter übers Internet oder im realen Leben von ihnen direkt aufgefordert, das Cyber-Mobbing zu unterlassen. Die „Bystander“ sind oft durch das Mitgefühl mit dem Opfer motiviert und setzen sich deshalb aktiv gegen Cyber-Mobbing zur Wehr. 

Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass die „Bystander“ eine wichtige Funktion für den Verlauf eines Falls von Cyber-Mobbing haben. Jugendliche können sich entscheiden – wollen sie ein Teil der Lösung oder ein Teil des Problems von Cyber-Mobbing werden.


http://www.tu-berlin.de/

Solarstrom bereits billiger als Haushaltstrom

Köln, 19.01.2012: Deutschland ist auf gutem Weg vom Atom-, Kohle- und Ölstaat zum Solarstaat. 2011 lieferten die erneuerbaren Energien etwa 21% des Stromverbrauchs. Die Photovoltaik hat auch 2011 wie schon 2010 den größten Sprung nach vorn gemacht. Rund 3.5% des Stroms liefert bereits die Sonne.

An sonnigen Tagen deckt sie schon bis zu 20% des deutschen Strombedarfs und damit einen Großteil der Tagesspitze im Verbrauch.

 

Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Studie des Fraunhofer-Instituts ISE - Dr. Harry Wirth (Download linker Container) zum Jahresende. Besonders interessant und wichtig ist ein Preisvergleich des Photovoltaik-Stroms mit Haushaltstrom aus der Steckdose.

 

Demnach ist seit dem dritten Quartal der Strom vom eigenen Dach preisgünstiger als der Haushaltstrom (0.2470 Euro zu 0.2467 Euro pro Kilowattstunde). Diese sogenannte Grid Parity hatten selbst optimistische Sonnen-Fachleute erst für 2012/2013 erwartet.

 

2007 kostete eine Kilowattstunde Solarstrom noch 49 Cent gegenüber 19 Cent für Haushaltstrom. Diese Preisentwicklung zugunsten des Sonnenstroms wird sich auch 2012 und in den Folgejahren fortsetzen.

 

Hinzu kommen beim Haushaltstrom immense Folgekosten durch die Klimaveränderung oder durch Atomgefahren und Atommüll, die bei erneuerbaren Energien entfallen.

Quelle:

© Franz Alt

Vielfalt der Wohnungs- und Immobilienmärkte wächst

Köln, 18.01.2012: Die Wohnungs- und Immobilienmärkte in Deutschland entwickeln sich differenziert und dynamisch: Seit 2010 ziehen Mieten, Immobilientransaktionen und -preise, Baugenehmigungen und Baufertigstellungen an. Günstige Koordinaten für die weitere Entwicklung sind stabile Einkommen, ausgesprochen niedrige Bauzinsen, die staatlichen Programme zur Gebäudesanierung und eine hohe Wohnungsnachfrage in prosperierenden Regionen. Immobilien haben gegenüber anderen Anlageformen deutlich an Bedeutung gewonnen.

 

Sie gelten als vergleichsweise sichere Geldanlage – Renditeerwartungen rücken häufig gegenüber Sicherheitsgedanken in den Hintergrund. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern hatte die Finanzmarktkrise 2008/2009 auf den deutschen Immobilienmärkten vergleichsweise geringe Auswirkungen. Insgesamt zeigen die Ergebnisse einen weitgehend robusten, sehr vielfältigen deutschen Wohnungs- und Immobilienmarkt. Mit dem soeben erschienenen Wohnungs- und Immobilienmarktbericht 2011 legt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erneut eine sachlich wie räumlich umfassende Analyse der Entwicklungen auf den deutschen Wohnungs- und Immobilienmärkten vor. Mit im Blick sind dabei auch zukünftige Marktfaktoren wie Energieeffizienz, Klimaanpassung oder altersgerechter Umbau der Gebäude.

Nach den jüngsten Analysen des BBSR setzt sich die bereits seit einigen Jahren zu beobachtende regionale Spaltung der Märkte fort. So steigen die Mieten und Immobilienpreise am stärksten in den ohnehin teuren süd-, nord- und westdeutschen Wachstumsregionen wie etwa in den Metropolen München, Frankfurt/Main oder Hamburg. Dort zeigen sich bereits Engpässe im Niedrigpreissegment. Diese Regionen ziehen auch die meisten professionellen Investoren an, was der Entwicklung von Neubauten zugute kommt. Dagegen stagnieren die Mieten und Preise – ebenso wie die Bauinvestitionen – in schrumpfenden Regionen. Dies betrifft große Teile Ostdeutschlands, das Ruhrgebiet und Teile Nord- und Ostbayerns sowie Niedersachsens. Schrumpfungsbedingte Folgen sind Leerstände oder Wohnungs- und Gebäudeabrisse. Es bestehen erhöhte Risiken von Sanierungsstaus mangels finanzieller Rücklagen oder Rentabilität. Vor allem in die Jahre gekommene Geschosswohnbauten abseits großer Städte werden für Mieter und Investoren zunehmend weniger attraktiv.

Begehrteste Wohnform der Deutschen bleibt das selbstgenutzte Wohneigentum. Aber auch hier überwiegen mittlerweile die Transaktionen und Investitionen im Bestand, zum Teil befördert durch den inzwischen einsetzenden Generationenwechsel bei den Hauseigentümern. 43,2 % der Haushalte leben in selbstgenutztem Wohneigentum. Darin zeigt sich aber auch eine hohe Bedeutung des Mietwohnungssegments, das in Deutschland von einer kleinteiligen Vermieterstruktur geprägt ist. Rund 60 % der ca. 24 Mio. Mietwohnungen gehören privaten Kleinvermietern. Nur in städtischen Räumen haben die professionellen und institutionellen Anbieter eine größere Bedeutung, darunter zahlreiche Anleger aus dem Ausland. Auch zukünftig wird der Geschosswohnungsbau in den größeren Städten seine Bedeutung aufrechterhalten.

• Neubau zieht wieder leicht an, größere Rolle spielt aber die Bestandsentwicklung 
Seit 2010 steigen die Immobilientransaktionen, Baugenehmigungen und Baufertigstellungen zahlenmäßig wieder an. Die Neubautätigkeit, die seit Mitte der 1990er Jahre kontinuierlich zurückging, legte 2010 wieder leicht zu (+0,5 %). Die hohen Baugenehmigungszahlen (2010: +7 %, 1. Hj. 2011: +28 %) lassen für 2011 und 2012 weitere Steigerungen erwarten. Das Gros stellt dabei weiterhin der Ein- und Zweifamilienhausbau. 80 % der Investitionen im Wohnungsbau gehen jedoch inzwischen in Umbau, Modernisierung und Sanierung bestehender Wohnungen und Gebäude. Diese Bestandsinvestitionen verteilen sich noch flächendeckend über alle Haustypen und Regionen in Deutschland. Auch in schrumpfenden Regionen finden noch Investitionen in bestehende Gebäude statt, um die energetische Qualität und die Marktgängigkeit der Objekte zu sichern. 

• Nur noch leichter Anstieg der Wohnflächennachfrage bis 2025
Die BBSR-Wohnungsmarktprognose erwartet bis 2025 nur noch eine leichte Steigerung der Wohnflächennachfrage um rund 6 % (geschätzt 183 000 Wohnungen jährlich). Dieser Anstieg geht ausschließlich auf wachsende Zahlen an potenziellen Eigentümerhaushalten zurück und wird vor allem den Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern nach sich ziehen. Diese überwiegend demographisch bedingte Nachfrage schwächt sich im Prognosezeitraum ab. Am aktuellen Rand liegt die Prognose über der tatsächlichen Bautätigkeit. Der Neubaubedarf konzentriert sich vor allem auf „Wachstumsinseln“: größere Teile in Westdeutschland sowie die Städte Berlin, Potsdam und deren engeres Umland in Ostdeutschland.

• Büro- und Einzelhandelsimmobilien besonders in zentralen Lagen wieder gefragt
Mit der verbesserten Konjunkturlage bis Mitte 2011 tendierten auch bei Büroimmobilien Nachfrage und Mieten wieder nach oben. Insgesamt hatte die Krise 2008/2009 bei den gewerblichen Immobilien erhebliche Einbrüche verursacht. Der anschließende Aufwärtstrend konzentriert sich allerdings stark auf gute oder Bestlagen in Großstädten und Metropolen. An zentralen Standorten sind auch Einzelhandelsimmobilien inzwischen wieder sehr gefragt und teurer, wobei ein Trend zurück in die Innenstädte erkennbar ist. Das BBSR-Expertenpanel Immobilienmarkt belegt, dass neue Gewerbeimmobilien für Investoren nur noch in demographisch wie ökonomisch gut aufgestellten Regionen und Metropolräumen attraktiv erscheinen.

• Energieeffizienz, Klimaanpassung und altersgerechter Umbau von Gebäuden immer wichtiger
Energieeinsparung, Klimaschutz und Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energien setzen bei Gebäuden an. 40 % des Energieverbrauchs werden in Deutschland für Raumwärme und Warmwasser aufgewendet. Ein erheblicher energetischer Sanierungsbedarf besteht bei älteren Wohngebäuden bis Baujahr 1978. Im Neubau ab 2005 ist Wärmedämmung hingegen Standard. Die seit 2006 erfolgte Förderung energieeffizienter Sanierungen im Bestand oder zur Errichtung von Neubauten wurde für 2,5 Mio. Wohnungen mit Investitionen von 85 Mrd. € genutzt. Damit konnte der CO2-Ausstoß um jährlich 5 Mio. t reduziert werden. 

Umfangreiche Investitionen erfordert auch der altersgerechte Umbau der Wohnungen – von den Vermietern wie auch den vielen selbstnutzenden Wohnungseigentümern. Knapp die Hälfte der Haushalte mit einem Mitglied von mindestens 65 Jahren lebt in einem Eigenheim oder einer Eigentumswohnung. Da im Wohnungsbestand die Schaffung vollständiger Barrierefreiheit häufig nicht möglich ist, muss es Ziel sein, so viele Barrieren wie möglich abzubauen.

Wohnungs- und Immobilienmärkte in Deutschland 2011 (Analysen Bau.Stadt.Raum, Band 5)
Hrsg.: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Bonn
ISSN 2190-8281, ISBN 978-3-87994-695-2, Vertrieb: Selbstverlag des BBSR und Buchhandel


http://www.bbsr.bund.de

Immobilienkauf mit Maklern - Unklarheit über Provisionen

Köln, 17.01.2012: Mehr als die Hälfte der privaten Immobilienkäufe laufen zurzeit über Makler. Deren Provisionen reichen je nach Bundesland von 3,57 bis 7,14 Prozent des Kaufpreises. Wann Käufer die Provision zahlen müssen und auf welche Leistungen sie einen Anspruch haben, listet die Zeitschrift Finanztest in ihrer Januar-Ausgabe auf.

Die Maklerprovision ist ein Erfolgs­honorar für die die Vermitt­lung zwischen Käufer und Verkäufer. Für den Kauf einer Eigentums­wohnung im Wert von 200.000 Euro werden zum Beispiel in Berlin 14.280 Euro an Maklerprovision fällig, in Leipzig oder Köln sind es „nur“ 7.149 Euro. Mitunter ist die Provision aber verhandel­bar. Bei Vertrags­abschluss bekommt der Makler sein Geld – egal ob er viel oder wenig dafür tun musste. Ob der Makler etwas von Immobilien versteht oder sich fort­bildet, spielt keine Rolle. In Deutsch­land genügen für die Arbeit als Immobilienmakler ein Gewer­beschein und der Nach­weis, keine Straftaten begangen zu haben.

Grund­lage des Anspruchs auf Provision für den Makler ist der Maklervertrag. Er muss dem Käufer ein Angebot gemacht haben, aus dem klar ersicht­lich ist, wie hoch die Provision ausfällt, wann sie fällig wird und wer sie zahlt. Der Käufer muss das Angebot angenommen haben. Das tut er, wenn er beim Makler nach weiteren Leistungen fragt. Finanztest listet zahlreiche Gerichts­urteile auf, die sich mit der Thematik beschäftigen und gibt Hinweise, worauf man beim Maklervertrag achten sollte.

Der ausführ­liche Bericht Immobilienkauf über Makler ist in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de veröffentlicht.

Autor: Stiftung Warentest

Rösler will das Erneuerbare-Energien-Gesetz abschaffen

Köln, 16.01.2012: Bundeswirtschaftsminister Rösler hat heute im Handelsblatt gefordert, das EEG durch ein Quotensystem zu ersetzen.

Bundeswirtschaftsminister Rösler will offensichtlich die Energiewende nicht und gefährdet hunderttausende Arbeitsplätze in der Erneuerbare-Energien-Branchen.

 

Minister Rösler ignoriert dabei sämtliche Erfahrungen, die international mit Quotensystemen gemacht wurden: Quotensysteme sind aufgrund von Mitnahmeeffekten deutlich teurer als Einspeisungssysteme, Quotensysteme führen zu einem deutlich langsameren Ausbau der Erneuerbaren Energien.

 

Ein Quotensystem bedeutet eine Deckelung des Ausbaus Erneuerbarer Energien auf einen vorgegebenen Maximalwert. Quotensysteme führen zu einer Monopolisierung des Ausbaus.

 

In Ländern mit Quotensystemen läuft der langsame und viel teurere Ausbau der Erneuerbaren Energien nur über die Energiekonzerne. Diese machen das Geschäft unter sich aus. Bürgerwindparks haben in Quotensystemen ebenso wenig Platz wie neue Technologien. Solarenergie gäbe es keine mehr.

 

 

Nach der Forderung nach einem Photovoltaik-Deckel fordert Minister Rösler jetzt einen Erneuerbaren-Energien-Deckel

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien findet deutlich schneller statt, als in den alten Ausbauzielen der Bundesregierung angedacht. Diese stammen noch aus der Vor-Fukushima-Zeit.

 

Die Bundesländer sind längst an der Bundesregierung vorbei gezogen. Minister Rösler versucht, das Rad zurück zu drehen. Dabei wurde aus der Sicht der Wissenschaft das Thema Einspeisesystem versus Quotensystem schon lange zugunsten des Einspeisungssystems entschieden.

 

Ganz nebenbei bricht Rösler, aktuell amtierender Parteivorsitzender der FDP, auch noch ein Wahlversprechen. Im letzten Wahlprogramm hatte sich die FDP für den Erhalt des EEGs ausgesprochen.

 

Als Begründung heißt es in dem Wahlprogramm: "Von zentraler Bedeutung für den Markteintritt neuer Akteure und für den kostengünstigen Ausbau der erneuerbaren Energien ist dabei die Verlässlichkeit und Kalkulierbarkeit der Förderung."

 

Gerade der Bundeswirtschaftsminister bringt jetzt große Unsicherheit in eine Branche mit hunderttausenden Arbeitsplätzen, anstatt die Unternehmen mit einer Industriepolitik für Erneuerbare Energien im härter gewordenen internationalen Wettbewerb zu unterstützen. Damit gefährdet er die Technologieführerschaft Deutschlands.

 

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Greenpeace: "Das größte Problem für die Energiewende in Deutschland ist nicht die Förderung der Solarenergie, sondern der Wirtschaftsminister...

 

... Angesichts der rasanten Entwicklung der Solarenergie ist es nachzuvollziehen, dass diese weniger Förderung braucht. Doch Minister Rösler will nun gleich das gesamte EEG zerschlagen, das Erneuerbare Energien erfolgreich fördert. Das ist Harakiri, das sabotiert die Ziele der Bundesregierung bei der Energiewende. So macht man keine verlässliche Wirtschaftspolitik.

 

Rösler hat bereits die Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen verhindert, jetzt torpediert er als Handlanger der großen Stromkonzerne das EEG. Denn sein Mengenmodell würde nicht nur den Ausbau der Erneuerbaren Energien schwächen, sondern auch viele Menschen und Kommunen ausschließen, die derzeit profitieren. So bedient Rösler die Interessen von Großkonzernen und vernachlässigt mittelständische Unternehmen.“

Quelle:

© Franz Alt 2012, http://www.sonnenseite.com

Solarstromvergütung sinkt 2012 drastisch um über ein Viertel

Köln, 11.01.2012:  Der hohe Zubau von Solaranlagen zum Jahreswechsel wird zu einer weiteren deutlichen Vergütungsabsenkung zur Jahresmitte führen.

Statt 6,5 Gigawatt, wie von den Übertragungsnetzbetreibern noch im Oktober angenommen, betrug der Zubau 2011 vermutlich 7,5 Gigawatt. Die Solarvergütungen werden damit bereits zum ersten Juli um weitere 15% abgesenkt werden. Das ist so bereits im Mechanismus des vorhandenen Erneuerbare-Energien-Gesetzes angelegt.

 

Das ist dann bereits die zweite Absenkung in Höhe von 15% innerhalb von sechs Monaten, bzw. insgesamt 27,75%.

 

All diejenigen, die jetzt drastische Kürzungen bei der Solarvergütung fordern, sollten sich vor Augen halten, dass diese innerhalb von sechs Monaten bereits auf Basis des bestehenden Gesetzes um mehr als ein Viertel gekürzt wird.

 

Die Vergütungsätze für Freiflächenanlagen betragen zum 1. Juli dann 15,25 bis 15,95 Cent und die für Dachanlagen zwischen 18,68 und 20,77 Cent. Die nächste gesetzliche Absenkung folgt dann bereits zum 1. Januar 2013.

 

Sämtliche Angaben sind vorbehaltlich möglicher gesetzlicher Änderungen. Bekanntlich fordern Bundeswirtschaftsminister Rösler, der FDP-Fraktionsvorsitzende Brüderle sowie die Hardliner in der Unionsfraktion weitere Einschnitte bis hin zur Deckelung des Zubaus von Photovoltaikanlagen.

 

Eine Deckelung würde die Solarwirtschaft genau zu dem Augenblick treffen, in dem sie ihre Kostensenkungsankündigungen wahr macht und Solarstrom immer günstiger wird. Bei einer Deckelung würde die Solarwirtschaft zerstört werden. Damit wären auch die hohen Anfangsinvestitionen für die Katz, die der Ausbau der Solarenergie in Deutschland mit sich gebracht hat. Jetzt, kommt die Zeit, die Ernte einzufahren. Das Dümmste, was man jetzt tun könnte, wäre beim Traktor den Motor abstellen, um Sprit einzusparen.

 

Übrigens hätten die Vergütungskosten des Jahres 2011 deutlich niedriger ausfallen können, hätte man - wie von uns vorgeschlagen – die Vergütung in mehreren kleinen Schritten bereits im Laufe des Jahres 2011 gesenkt. Es war 2011 bereits zu Jahresanfang absehbar, dass die Solarmodulpreise sinken werden und Spielräume zur Vergütungssenkung bereits vor dem Jahreswechsel gegeben sein werden.

 

Ebenso war absehbar, dass der für Juli 2011 von Schwarz-Gelb gewählte Degressionsmechanismus nicht funktionieren würde.Bekanntlich fiel die Degression dann auch aus. Dies führte dazu, dass es Ende 2011 sehr lukrativ war, Photovoltaikanlagen zu bauen. Zugleich heizte Schwarz-Gelb mit der Diskussion über eine Deckelung des Photovoltaikzubaus die Situation drastisch an. Wer auf Nummer sicher gehen wollte, baute noch im Dezember. Die Diskussion um den Deckel hat sich mit dem starken Zubau jetzt selbst weiter angefacht.

 

Auch 2012 ist zu erwarten, dass die Solarstromvergütung weiter von schwarz-gelber Verunsicherung und Fehlentscheidungen geprägt sein wird. Den Schaden hat dabei nicht nur die Solarwirtschaft sondern auch der Stromkunde.

 

Überflüssige Stromkosten

Apropos Stromkunde. Dieser zahlt dieses Jahr über die EEG-Umlage für eine zusätzlichen Liquidätspuffer, obwohl das EEG-Konto im letzten Jahr mit 80,4 Mio. Euro im Plus abgeschnitten hatte.

 

Mehr noch: Das EEG-Konto lag Ende 2011 sogar um 1375 Mio. Euro höher als Ende 2011. Ende 2010 hatte das EEG-Konto noch deutlich im negativen Bereich gelegen, was durch einen Zuschlag 2011 ausgeglichen wurde. Der überflüssige Liquidiätspuffer freut die Übertragunsnetzbetreiber. Den Schaden haben die Stromkunden, der zu hohe Strompreise zahlt.

 

Der Stromkunde wird zugleich mit der EEG-Umlage dieses Jahr auch hunderte Millionen Euro für die sog. Marktprämie zusätzlich bezahlen, die nicht einmal die Erneuerbare-Energien-Verbände wollten. Die sog. Marktprämie führt zu reinen Mitnahmeeffekten vor allem bei Altanlagen. Die Bundesregierung sollte diesen Fehler schnellstmöglich korrigieren. Für eine schnelle Korrektur steht das Mittel der Rechtsverordnung zur Verfügung.

 

Brachliegende Kapazitäten

Aber nicht nur hier könnte man die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Auch bei der Diskussion über den Strombezug aus alten österreichischen Kraftwerken kann man nur fassungslos zuschauen. Bekanntlich stehen in Deutschland einige hundert Megawatt Pflanzenöl-BHWK still, die von heute auf morgen über passende Rahmenbedingungen aktiviert werden könnten.

 

Stattdessen werden in Österreich alte Ölkraftwerke reaktiviert. Mehr noch, in den Medien wird über die fehlenden Stromleitungen lamentiert, um Strom aus Norddeutschland nach Süddeutschland zu leiten, während zugleich Strom aus Süddeutschland nach Italien transportiert wird.

Autor: Hans-Josef Fell MdB 2012, Bündnis 90, Die Grünen
Schadensersatzansprüche verjähren erst nach Wohnungsübergabe

 

Mieten und Vermieten

Köln, 10.01.2012: Der Bundesgerichtshof entschied in einem aktuellen Urteil, dass eine Verjährungsfrist für Schadensansprüche an einer Mietsache erst abläuft, wenn diese ordnungsgemäß übergeben wurde (AZ VIII ZR 8/11).

 

 

 

Im vorliegenden Fall hatte eine Vermieterin Schadensersatz von ihrem ehemaligen Mieter verlangt. Zuvor zog dieser nach einem Streit aus und hinterließ die Wohnungsschlüssel in ihrem Briefkasten. Nach Erhalt des Mahnbescheids weigerte sich der Mieter, die Schäden in der Wohnung zu bezahlen und berief sich auf die Verjährungsfrist von 6 Monaten, die nach seinem Auszug bereits vergangen waren. Allerdings fand die offizielle Übergabe erst Monate später statt, nachdem sich Mieter und Vermieter wieder verständigt hatten.

Der Bundesgerichtshof gab nun aktuell der Vermieterin recht. Der Antrag auf Schadensersatz kam innerhalb der Verjährungsfrist, da der Auszug nicht als ordnungsgemäße Übergabe einzuordnen ist.

Bild Fotolia.com

 

Quelle: BGH

Gebäudebilanzierung: Gewusst wie!

Köln, 05.01.2012: Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hat einen neuen Leitfaden zur energetischen Gebäudebilanzierung von Nichtwohn- und Wohngebäuden veröffentlicht. Mit praxisnahen Tipps und Hinweisen richtet sich der Leitfaden sowohl an erfahrene Architekten und Energieberater als auch an Neueinsteiger. Die novellierte Fassung der DIN V 18599 wird dabei bereits berücksichtigt.
  

Der Aufbau des Leitfadens entspricht der Vorgehensweise bei einem realen Bilanzierungsprojekt. Praxisnahe Themen wie die Plausibilitätsprüfung sind ebenso enthalten wie der Bedarfs-Verbrauchs-Abgleich. Grafische Darstellungen, Besonderheiten und Vereinfachungen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen vermitteln dem Leser ein besseres Verständnis der Norm, verringern den Arbeitsaufwand und erleichtern so die Abläufe.

Der "Leitfaden Energetische Gebäudebilanzierung nach DIN V 18599" kann unter www.zukunft-haus.info/publikationen Externer Link zum Preis von 49,90 Euro bestellt werden. Weitere Informationen zur energetischen Gebäudebilanzierung finden Interessierte unter www.zukunft-haus.info/bilanzierung Externer Link.

 

Autor: www.dena.de

Solarstrom bereits billiger als Haushaltstrom

Köln, 04.01.2012: Deutschland ist auf gutem Weg vom Atom-, Kohle- und Ölstaat zum Solarstaat. 2011 lieferten die erneuerbaren Energien etwa 21% des Stromverbrauchs. Die Photovoltaik hat auch 2011 wie schon 2010 den größten Sprung nach vorn gemacht. Rund 3.5% des Stroms liefert bereits die Sonne.

An sonnigen Tagen deckt sie schon bis zu 20% des deutschen Strombedarfs und damit einen Großteil der Tagesspitze im Verbrauch.

 

Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Studie des Fraunhofer-Instituts ISE - Dr. Harry Wirth (Download linker Container) zum Jahresende. Besonders interessant und wichtig ist ein Preisvergleich des Photovoltaik-Stroms mit Haushaltstrom aus der Steckdose.

 

Demnach ist seit dem dritten Quartal der Strom vom eigenen Dach preisgünstiger als der Haushaltstrom (0.2470 Euro zu 0.2467 Euro pro Kilowattstunde). Diese sogenannte Grid Parity hatten selbst optimistische Sonnen-Fachleute erst für 2012/2013 erwartet.

 

2007 kostete eine Kilowattstunde Solarstrom noch 49 Cent gegenüber 19 Cent für Haushaltstrom. Diese Preisentwicklung zugunsten des Sonnenstroms wird sich auch 2012 und in den Folgejahren fortsetzen.

 

Hinzu kommen beim Haushaltstrom immense Folgekosten durch die Klimaveränderung oder durch Atomgefahren und Atommüll, die bei erneuerbaren Energien entfallen.

Quelle:

© Franz Alt 2011

Kostenlose Plattform für Modernisierer motiviert Hauseigentümer zur Gebäudesanierung

Berlin, 02.01.2012: Erfolgreiche Modernisierungsbeispiele auf einen Blick: Die vom Bundesumwelt-Ministerium geförderte Kampagne „Klima sucht Schutz” zeigt Effizienz-Vorbilder in ihrem BestPractice Archiv.

 

Laut Bundesweitem Heizspiegel 2011 sind die Heizkosten in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren um 25 Prozent gestiegen. Verantwortlich für diese Entwicklung sind vor allem die Energiepreise. Durch eine energetische Modernisierung sinken der Heizenergieverbrauch und die Abhängigkeit von steigenden Energiepreisen.

Zahlreiche Hausbesitzer haben das bereits erkannt und ihre Häuser energetisch modernisiert – mithilfe von qualifizierten Architekten, Energieberatern und Handwerkern. Diese können ihre erfolgreichen Modernisierungsbeispiele im BestPractice Archiv auf www.klima-sucht-schutz.de/modernisierung kostenlos darstellen.

Mit 20 neuen Objekten umfasst das Archiv aktuell rund 400 Objekte.
Modernisierer können ihr Objekt außerdem nun innerhalb weniger Minuten selbst hochladen. Nach einer Plausibilitätsprüfung werden die Objekte in das Archiv aufgenommen und sind auf der Kampagnenwebsite sowie auf zahlreichen Partnerportalen der Klimaschutzkampagne sichtbar.

Inspiration für Modernisierungsinteressierte – Gewinn für Modernisierungsbranche

Modernisierungsinteressierte können sich mit dem Online-Ratgeber sämtliche Details zum Haus und zu den durchgeführten Modernisierungsmaßnahmen ansehen – von der Förderung bis zur Finanzierung, von den beteiligten Firmen bis zur jährlichen CO2-Einsparung.

Die nach Postleitzahl und Gebäudetypen gesteuerte Suche ermöglicht es beispielsweise, die Ergebnisse auf die Gebäude zu beschränken, die dem eigenen Haus am ähnlichsten sind. Eine Zusammenfassung der Daten von ausgewählten Objekten können sich die Nutzer anschließend herunterladen. Damit werden die Fakten aus dem BestPractice Archiv zur Inspiration für das eigene Modernisierungsvorhaben. Den passenden Experten für die anschließende Realisierung liefert das in den Ratgeber integrierte Branchenbuch der Klimaschutzkampagne gleich mit.
 
Autor: co2online gemeinnützige GmbH
Nur 15 Minuten täglich für ein längeres Leben
Köln, 27.12.2011: Ein beliebter Vorsatz zum Neuen Jahr ist es, mehr für die Gesundheit zu tun. Dabei hilft die neue Erkenntnis, dass bereits eine Viertelstunde Bewegung am Tag die Lebenserwartung um drei Jahre verlängern kann. Dies ergab jetzt eine große Studie mit mehr als 400 000 Teilnehmern. „Nachdem frühere Untersuchungen bereits einen erheblichen Nutzen für die Gesundheit durch 2,5 Stunden körperliche Aktivität pro Woche belegt haben, sind diese neueren Daten auch für weniger willensstarke Menschen eine gute Nachricht“, kommentiert das Ergebnis Professor Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen, für die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).
„Wer sich aufrafft, wird belohnt - und senkt damit sein Risiko sowohl für einen Schlaganfall, als auch für Herzkrankheiten, Krebs und Diabetes“, ermuntert der Neurologe Gesunde und Kranke gleichermaßen, die neuen Erkenntnisse in die Tat umzusetzen.

Für die Untersuchung wurden in den Jahren 1996 bis 2008 in Taiwan mehr als 400 000 Frauen und Männer bei jährlichen Reihenuntersuchungen nach der Dauer und Intensität ihrer körperlichen Aktivität befragt. Anschließend hatte man die Studienteilnehmer anhand dieser Angaben in fünf Gruppen eingeteilt: inaktive Menschen, die sich in ihrer Freizeit überhaupt nicht bewegten und solche mit niedriger, mittlerer, hoher oder sehr hoher Aktivität. Im Durchschnitt acht Jahre lang verfolgten die Wissenschaftler um Chi Pang Wen von den Nationalen Gesundheitsforschungsinstituten in Zhunan den Gesundheitszustand der Studienteilnehmer und verglichen dann, wie viele Menschen in den fünf Gruppen gestorben waren.

Sterblichkeit um 14 Prozent gesenkt
Schon für die Gruppe mit geringer Aktivität – die Teilnehmer hatten sich durchschnittlich nur 92 Minuten pro Woche oder 15 Minuten am Tag bewegt – konnten die Ärzte einen erheblichen Nutzen für die Gesundheit nachweisen: Gegenüber den trägen Studienteilnehmern war ihre Sterberate um 14 Prozent geringer und sie hatten – umgerechnet auf ein Alter von 30 Jahren – eine im Durchschnitt um drei Jahre höhere Lebenserwartung. Als die Wissenschaftler die Daten weiterhin nach verschiedenen Todesursachen aufschlüsselten, konnten sie zeigen, dass bereits das Mindestmaß an Bewegung von einer Viertelstunde täglich mit einer verringerten Wahrscheinlichkeit für Krebs (minus 10 Prozent), Gefäßerkrankungen (minus 19 Prozent), Herzleiden ( minus 25 Prozent), Schlaganfälle (minus 12 Prozent) und Diabetes ( minus 11 Prozent) einherging.

Mehr ist besser
Die Statistiken der Forscher bestätigen auch frühere Erkenntnisse, wonach das Krankheitsrisiko immer weiter sinkt, je mehr man sich bewegt: In dieser Studie nahm die Gesamtsterblichkeit mit jeder weiteren Viertelstunde täglicher Aktivität um vier Prozent ab, die Krebssterblichkeit um ein Prozent. „Bemerkenswert ist auch, dass dieser Nutzen sich über alle untersuchten Gruppen erstreckte“, hebt Diener hervor: „Männer profitierten von 15 Minuten Bewegung täglich ebenso wie Frauen, Jüngere wie Ältere, und Gesunde ebenso wie Kranke, Übergewichtige, Raucher, Trinker oder Menschen mit einem erhöhten Risiko für Gefäßleiden“. Das Mindestmaß an Bewegung, das sich in dieser Studie als gesundheitsfördernd erwiesen hat, ist nur etwa halb so groß, wie es gegenwärtig etwa von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen wird. In Taiwan könne man damit aber dennoch ein Sechstel aller Todesfälle verzögern, errechneten die Wissenschaftler um Wen – ein Nutzen, der dem eines erfolgreichen Nichtraucher-Programms für die gesamte Bevölkerung entspricht. Auch wenn sich die in dem asiatischen Land gewonnen Erkenntnisse vielleicht nicht in vollem Umfang auf deutsche Verhältnisse übertragen lassen, sind sie doch ein großer Anreiz, den „inneren Schweinhund“ zu überwinden. „Wer sich zum Neuen Jahr ein bisschen mehr Bewegung vornimmt hat gute Chancen, Silvester noch ein paar Mal öfter feiern zu können“, so Diener.

Literatur
Wen CP, et. al. Minimum amount of physical activity for reduced mortality and extended life expectancy: a prospective cohort study. Lancet 2011; 378: 1244–53.
Autor: Deutsche Gesellschaft für Neurologie
Mit einfachen Maßnahmen die Heizkosten senken

Köln, 20.12.2011: Die Energiekosten steigen: Durchschnittlich 16 Prozent höhere Kosten für Heizenergie hat das Statistische Bundesamt im Oktober 2011 im Vergleich zum Vorjahresmonat ermittelt.* Wer keine böse Überraschung erleben möchte, sollte seine Wohnung oder sein Haus auf die kalten Tage vorbereiten. Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hat die wichtigsten Tipps für Mieter und Hausbesitzer zusammengestellt.

RICHTIG HEIZEN UND LüFTEN: Schon ein Grad weniger spart bis zu sechs Prozent Heizkosten. Raumtemperaturen zwischen 16 und 20 Grad sind optimal. Tiefer sollte die Zimmertemperatur allerdings nicht fallen, sonst kühlen die Wände zu sehr ab. Nachts schützen geschlossene Gardinen oder Rollläden vor Wärmeverlusten. Und beim Lüften
aufpassen: Statt Dauerlüften über das gekippte Fenster sollte man lieber mehrmals täglich stoßlüften, sonst geht zu viel Energie verloren. Dazu jeweils 5 bis 10 Minuten lang das Fenster weit öffnen und dabei die Heizkörperventile schließen.

THERMOSTATVENTILE AUSTAUSCHEN: Thermostatventile sollten stufenweise regulierbar sein, um individuell die Temperatur einstellen zu können.
Wer am Schreibtisch arbeitet, mag es wärmer als im Schlafzimmer. Die Stufe drei entspricht in der Regel einer Temperatur von rund 21 Grad.
Das Aufheizen eines Raumes geht übrigens auf Stufe fünf nicht schneller als auf Stufe drei.

OPTIMIERUNG DER HEIZUNGSANLAGE

Die richtige Einstellung der Heizungsregelung und die Abstimmung der einzelnen Teile der Heizungsanlage, wie Pumpe und Kessel, tragen entscheidend zum Wohnkomfort und einem effizienten Betrieb der Heizung bei. Werden Heizkörper nicht richtig warm? Oder arbeitet die Heizung mit störenden Strömungsgeräuschen und hohen Vorlauftemperaturen?
Dann ist eventuell das Heizsystem falsch eingestellt: Die Wärme wird ungleich im Haus verteilt und es wird mehr Energie verbraucht als notwendig. Spätestens dann sollte ein Heizungsfachmann zu Rate gezogen werden und die Anlage überprüfen.

WER MEHR WISSEN MöCHTE: SCHNELLE SOFORT-MAßNAHMEN FüR EINE WARME WOHNUNG

Die Broschüre "Machen Sie dicht: Energiesparen in Gebäuden" der dena informiert Mieter und Gebäudeeigentümer, wie sie mit einfachen, kostengünstigen Maßnahmen die Heizkosten senken können. Die Themen reichen von einfachen Dämm-Maßnahmen an Rohren und dem Dach über richtiges Heizen und Lüften bis hin zum Abdichten von Fenstern.
Die Broschüre und weitere Energiespartipps sind unter www.zukunft-haus.info/energiespartipps [1]  erhältlich.

_*Gewichtetes Mittel aus harmonisierten Verbraucherpreisindizes des Statistischen Bundesamtes für Öl, Gas, Strom, Fernwärme, Kohle_.

 

Autor: www.dena.de

Schlanke Wärmedämmung
Köln, 02.12.2011: Dünne und trotzdem leistungsfähige Dämmplatten sind teuer. Als High-end-Produkte werden sie heute in energiesparende Kühlschränke eingebaut. Innovative Komponenten und Produktionsverfahren sollen jetzt die Kosten senken – damit auch Häuslebauer von der neuen Technik profitieren.
Steigende Heizölkosten haben in Deutschland einen Renovierungsboom ausgelöst. Um die Energiekosten zu senken, investieren immer mehr Hausbesitzer in wärmedämmende Fassaden. Die marktüblichen Dämmschichten haben jedoch einen Nachteil: Sie tragen auf. Die etwa 20 Zentimeter dicke Außenhaut verändert die Optik des Gebäudes und kann erhebliche Folgekosten verursachen – neue, tiefere Fensterbretter müssen montiert, mitunter sogar Dächer verlängert werden. Fraunhofer-Forscher entwickeln jetzt Folien für ein Material, mit dem sich Häuser künftig ohne große, zusätzliche Umbaumaßnahmen dämmen lassen: Vakuumisolationspaneele, kurz VIPs. Die Platten sind etwa zwei Zentimeter dick und dennoch genauso leistungsfähig wie eine klassische 15 Zentimeter starke Dämmschicht aus Polyurethanschaum. Das Innenleben der VIPs besteht meist aus pyrogener Kieselsäure. Eine Hightech-Folie hält das Material zusammen – sie sorgt dafür, dass keine Luft nach innen dringt. 

Dr. Klaus Noller vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising und Prof. Gerhard Sextl vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg waren an der VIP-Entwicklung von Anfang an beteiligt. Jetzt wollen sie die Platten fit machen für eine kostengünstige Massenproduktion. »Der Dreh- und Angelpunkt sind dabei die Folien: Sie entscheiden über Qualität, Lebensdauer und Preis«, weiß Noller. »Das derzeit gängige Herstellungsverfahren ist aufwändig und teuer: Drei von fünf Lagen Kunststoff müssen mit Aluminium bedampft und miteinander verklebt werden. Dafür sind sieben Prozessschritte notwendig, das treibt die Preise in die Höhe.« Die teuren VIPs kommen derzeit nur dort zum Einsatz, wo Platzsparen etwas kosten darf: beispielsweise in hochwertigen Kühl- und Gefrierschränken.

Die neue Folie lässt sich einfacher produzieren, denn sie besteht aus nur zwei Kunststofffolien mit drei Barriereschichten: Eine mit Aluminium bedampfte Kunststofffolie wird mit einer Mikrometer dünnen Lage ORMOCER® beschichtet – eine Erfindung des ISC, und dann nochmal mit Aluminium bedampft. ORMOCER®e enthalten ein anorganisches Silizium-Sauerstoff-Netzwerk, das über eine organische Matrix vernetzt ist. Die Mischung macht das Material ungewöhnlich dicht und stabil. »Damit ist es ideal für die Isolation der Dämmplatten«, resümiert Noller. »Gase und Flüssigkeiten können die ORMOCER®-Schicht nur schwer passieren.« Die neuen Isolationsfolien lassen sich in nur fünf Schritten fertigen. Zunächst wird eine Folie bedampft, dann die ORMOCER®-Schicht aufgebracht, ein zweites Mal bedampft, bevor man zum Schluss die Barrierefolie auf einer Siegelfolie fixiert. »Das Endprodukt ist besser und günstiger als die Isolationsfolien, die bisher auf dem Markt sind«, erläutert Sextl. 

Auch die Herstellung der VIP-Dämmelemente haben die Forscher optimiert: Am Fraunhofer-Anwendungszentrum für Verarbeitungsmaschinen und Verpackungstechnik AVV in Dresden haben sie ein automatisiertes Verfahren zur automatischen und schonenden Umhüllung der Kieselsäurekerne mit der Hochbarrierefolie entwickelt. Folie und Herstellungsverfahren sind mittlerweile patentiert. Sobald die neuen VIPs in großen Stückzahlen produziert würden, werde der Preis fallen. Dann seien die dünnen Paneele auch für die Bauindustrie interessant, davon sind Sextl und Noller überzeugt.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher den Produktionsprozess noch weiter vereinfachen und Langzeittests durchführen. Bisher mussten die Paneele nur zwölf Jahre durchhalten – das entspricht der mittleren Lebensdauer eines Kühlschranks. Die Baubranche stellt höhere Anforderungen: Fünfzig Jahre sollte eine Fassade halten. Noller und seine Kollegen testen jetzt die Stabilität von Folien und Dämmelementen in Klimakammern, die den jahreszeitlichen Wechsel von Hitze und Frost, Feuchtigkeit und Trockenheit simulieren. Die Ergebnisse sollen schon in wenigen Monaten vorliegen.
 
Autor: Fraunhofer Gesellschaft